Gottesdienst zum Sonntag Judika 29. März 2020

Willkommen zum Gottesdienst am Sonntag Judika. „Schaffe mir Recht, Gott“, so 

beginnt Psalm 43. Dem ersten Wort der lateinischen Fassung „“Judica me

deus“ verdankt der Sonntag seinen Namen. Gerne wären wir heute hier in unserer 

Ulrichskirche zusammengekommen um die Jubelkonfirmation zu feiern, die 

Vorbereitungen waren getroffen, die Jubelkonfirmandinnen und Konfirmanden waren 

eingeladen. Dazu ist es nun nicht gekommen. Anderes ist nun wichtiger, die Sorge 

umeinander, der Kampf gegen das Coronavirus haben dazu geführt, dass wir keine 

öffentlichen Gottesdienste mehr feiern. Und dennoch sollen wir hören, dass wir in 

dieser Situation nicht gottverlassen sind. Im biblischen Wochenspruch (Matth 20,28) 

heißt es: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern 

dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ Richten wir unseren Blick 

auf Gott; er möge unser Singen, Beten und Nachdenken segnen! 

 

Ich lade Sie jetzt ein, dort wo sind, denn Psalm laut oder leise zu beten: 

 

Psalm 121 (EG 749) Der treue Menschenhüter 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. 

Woher kommt mir Hilfe? 

Meine Hilfe kommt vom HERRN, 

der Himmel und Erde gemacht hat. 

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, 

und der dich behütet, schläft nicht. 

Siehe, der Hüter Israels 

schläft noch schlummert nicht. 

Der HERR behütet dich; 

der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, 

dass dich des Tages die Sonne nicht steche 

noch der Mond des Nachts. 

Der HERR behüte dich vor allem Übel, 

er behüte deine Seele. 

Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang 

von nun an bis in Ewigkeit! 

 

Jetzt sind Sie eingeladen, persönlich zu Gott zu beten. Wer will, kann dazu das 

folgende formulierte Gebet nutzen: 

Ewiger Gott, unermüdlich sprichst du uns an. Manchmal spüren wir das. Doch 

manchmal schauen wir nur auf uns und das, was uns wichtig erscheint. Dann gibt es 

wieder Zeiten, in denen wir spüren, wir brauchen dich! Hilf uns, dich immer wieder neu 

in unserem Leben zu entdecken, dich zu finden in den Sorgen und den Freuden 

unseres Lebens. Auf dich wollen wir uns verlassen und so leben, wie du es uns gezeigt 

hast. Dafür bitten wir dich um Mut, Weisheit und Segen im Namen deines Sohnes 

Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schafft von Ewigkeit 

zu Ewigkeit. Amen. 

Welch ein Freund ist unser Jesus

1) Welch ein Freund ist unser Jesus, o wie hoch ist Er erhöht! 

Er hat uns mit Gott versöhnet und vertritt uns im Gebet. 

Wer mag sagen und ermessen, wieviel Heil verloren geht, 

wenn wir nicht zu Ihm uns wenden und Ihn suchen im Gebet! 

2) Wenn des Feindes Macht uns drohet und manch Sturm rings um uns weht, 

brauchen wir uns nicht zu fürchten, stehn wir gläubig im Gebet. 

Da erweist sich Jesu Treue, wie Er uns zur Seite steht 

als ein mächtiger Erretter, der erhört ein ernst Gebet. 

3) Sind mit Sorgen wir beladen, sei es frühe oder spät, 

hilft uns sicher unser Jesus, fliehn zu Ihm wir im Gebet. 

Sind von Freunden wir verlassen und wir gehen ins Gebet, 

o so ist uns Jesus alles: König, Priester und Prophet.

Predigt

Liebe Gemeinde! 

Im Vertrauen darauf, dass Gott auch heute noch durch sein Wort, der Bibel, zu uns 

spricht, hören wir heute in dieser besonderen Form als Hörgemeinde auf sein Wort. 

Der biblische Predigttext, der heute im Mittelpunkt unseres Nachdenkens steht, ist nur 

drei Verse kurz und so gehaltvoll, dass er uns zeigt, was unser Leben als Christinnen 

und Christen trägt. Er steht im sogenannten Hebräerbrief im 13. Kapitel, die Verse 12 

bis 14.  

  

Niemand weiß, wer ihn geschrieben hat. Klar ist nur: Es war einer oder auch eine 

Gruppe von Menschen, die sich im jüdischen Glauben genau auskannten und Jesus, 

den Juden, und seine Botschaft in den Mittelpunkt ihrer Verkündigung stellten.  

  

Hören wir auf diese Botschaft: „Jesus hat, damit er das Volk heilige durch sein eigenes 

Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager 

und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die 

zukünftige suchen wir.“ 

  

Zuerst geht es um Blut. Nach der Vorstellung des jüdischen Volkes ist Blut der Ort des 

Lebens. Werden Tiere getötet, fließt ihr Blut zurück in die Erde. Besiegeln Menschen 

einen Bund fürs Leben, schließen sie „Blutsbrüderschaft“, das kennen wir aus Karl 

Mays Büchern von Winnetou und Old Shatterhand, aber auch in vielen anderen 

Kulturen war das verbreitet. Eine Erinnerung daran halten wir beim Abendmahl 

lebendig, wenn wir aus einem Kelch trinken und zuvor die Worte hören: „Christi Blut 

für dich vergossen.“ Auch im Hebräerbrief klingt das an: Jesus hat, damit er das Volk 

heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 

Jesus, der Sohn Gottes, kam mit einer wichtigen Botschaft auf diese Erde: Gott liebt 

diese Welt! Als Mensch lebte Jesus unter Menschen, nicht unter Mächtigen und 

Herrschenden, sondern unter ganz normalen Menschen. Er teilte ihr Leben, heilte und 

predigte, dass das Reich Gottes und seine Liebe nahe seien. Das tat er in einer Zeit 

voller Gewalt, Ungerechtigkeiten und Unfrieden. Damit weckte er Hoffnung bei den 

einen und Ärger bei den anderen. Die Mächtigen fürchteten seine Reden: 

Unruhestiftung – warfen sie ihm vor. Wo kämen wir da hin, fragten sie sich, wenn oben 

nicht mehr oben und unten nicht mehr unten ist.  

  

Und Jesus? Er ließ sich nicht einschüchtern, er wusste um die Gefahr, in die er sich 

gebracht hatte durch sein Reden und Handeln. Er hielt fest an dieser schlichten 

Wahrheit: Gott liebt diese Welt – in all ihrer Unvollkommenheit. Und Gott liebt diese 

Menschen – besonders die Kleinen, Armen, Schwachen. Dieses Reden und Handeln 

brachte Jesus ans Kreuz. Draußen vor „dem Tor“, auf Golgatha, dem Hinrichtungsplatz 

Jerusalems, starb er. Golgatha: ein Ort des Grauens! Gewalt, Schmerzen, Geschrei. 

Ein Ort, der so wenig dem göttlichen Schöpfungsplan entspricht wie jeder andere 

Kriegsschauplatz der Erde. 

  

„Vor dem Tor“ – bis heute überziehen solche Orte die Welt mit ihrem Grauen: Ob 

Guantanamo, Syrien oder Jemen … Wo ist Gott? Warum tut er nichts? Das fragen 

viele. Dabei ahnen wir doch die Antwort: Gott ist da! Ist selbst draußen „vor dem Tor“. 

Weint mit den Opfern, teilt ihren Schmerz. Es gibt keinen Ort auf dieser Erde, an dem 

Gott nicht ist! Doch er schleudert keine Blitze auf die Gewalttäter, lässt die Erde nicht 

erbeben und die Mörder nicht umkommen. Gottes Macht zeigt sich in der Stille, in der 

Heilung. Gott ist da mitten im Leid und lässt niemanden allein. Das erkennt man nicht 

„mit den Augen“, davon berichten auch die Nachrichten nicht. Doch viele haben das 

schon erlebt: Gott leidet mit und lässt niemanden allein, der ihn um Hilfe anfleht.  

  

Ich bin mir sicher, dass Gottes Hilfe und Liebe allen Menschen gilt. Egal welcher 

Religion und Konfession. Gott sagt zu dem, der um Hilfe bittet, nicht: „Zeige mir zuerst 

deine Taufurkunde!“ Und doch haben gläubige Menschen aller Zeiten sich immer 

wieder an das große Geschenk der Taufe geklammert. Nicht nur Martin Luther hat in 

Zeiten größter Not daran festgehalten: „Ich bin getauft!“ Warum? In Zeiten größter Not 

sei dreierlei besonders schlimm, haben mir Menschen erzählt: Zum einen die 

Einsamkeit. Zum anderen die Angst, um das eigene Leben und das der Nächsten. Und 

zum dritten das Gefühl: Ich kann nichts tun! Die Taufe aber zeigt: Gott hat sich 

untrennbar mit dir verbunden. Da, wo du Angst hast um die Menschen, die du liebst, 

kannst du für sie beten. Und auch wenn du meinst, nichts tun zu können, kannst du 

immer noch die Hände falten und Gott bitten, dir zu zeigen, was noch möglich ist. 

Genau das hat auch Jesus getan in seiner größten Not.  

  

Ein Leben ohne Leid gibt es nicht. Der Volksmund sagt nicht umsonst: „Jeder hat sein 

Päckchen zu tragen.“ Oder: „Unter jedem Dach ein Ach.“ Oder: „Mal Sonne, mal 

Regen.“ Manchmal, so scheint es allerdings, ist die Aufteilung nicht gerecht. Da leben 

die einen ihr Leben ohne große Kümmernisse und die anderen trifft es hart. Da sind 

die einen mittendrin im Leben und die anderen außen vor. Dieser Tage hat es aber 

den Anschien, dass Schweres auf uns alle gelegt ist und eigentlich niemand sagen 

kann, „ich bin nicht betroffen“. Mit all unserem Betroffensein sollen wir zu Jesus gehen. 

So fordert der Hebräerbrief seine Leserinnen und Leser auf: So lasst uns nun zu ihm 

hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 

  

Hier geht es um den Ernst der Nachfolge. In unserem Leben als Christinnen und 

Christen geht es einerseits darum, dass wir bewusst den Segen, der uns von Gott 

geschenkt wird, spüren. Diese Kraft, diese Liebe, dieses Leben aus Gottes Hand ist 

ein wundervolles Geschenk. Dankbar zu genießen, mit Freude zu leben – das dürfen 

wir. Und dann haben wir noch diese eine wichtige Aufgabe: auf die zu schauen, die 

„draußen“ sind. Die nicht dazugehören. Und für diese Menschen Sorge zu tragen. Das 

ist nicht immer leicht, das ist manchmal sehr anstrengend. Und ohne uns Angst zu 

machen, möchte ich nicht verschweigen, dass es auch gefährlich sein kann, Jesus 

nachzufolgen und nach seinem Willen zu leben. Aber eines scheint mir wichtig: laut 

und mutig von der Wahrheit der Liebe Gottes zu sprechen, die allen Menschen gilt. 

Vor dieser Gefahr nicht zu fliehen heißt, „seine Schmach zu tragen“. Wir alle können 

viel tun für die, die „draußen“ sind, nach unserer je eigenen Begabung und Kraft: 

  

Da ist die Dame im Altenheim, die früher im Besuchsdienstkreis mitgearbeitet hat, nun 

sitzt sie im Rollstuhl und betet treu für ihre Gemeinde. Da kümmert sich ein junger 

Mann um Flüchtlingskinder, und seine Freundin erzählt Kindern im Gemeindehaus 

biblische Geschichten.  

Da spricht der Friedhofsgärtner freundlich und hilfsbereit mit den Menschen, die einen 

Angehörigen verloren haben – und ein Mädchen sammelt in der Nachbarschaft Geld 

für ein Patenprojekt in Afrika, während ein Junge Bäume pflanzt, um das Klima zu 

retten. Wir alle können etwas tun! Als Christinnen und Christen haben wir einen 

Auftrag, und der heißt Nachfolge: Mit Blick auf Jesus leben, lieben, Gutes tun! 

  

Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Wir 

nehmen dieses Leben fest in den Blick und haben eine große Aufgabe. Und doch 

wissen wir, dass wir nur auf der Durchreise sind. Dazu eine kleine Geschichte: 

  

Ein reicher Tourist besichtigt ein Kloster. Ein Mönch zeigt ihm freundlich und fröhlich 

Kapelle und Refektorium, Kreuzgang und Bibliothek. Wo er denn wohne, so ganz 

privat, erkundigt sich der Tourist; und der Mönch zeigt ihm seine Zelle, klein und sehr 

bescheiden eingerichtet. „Ja, aber …“, wundert sich der Tourist und fragt: „Wo haben 

Sie denn Ihre Sachen?“ – „Wo haben Sie Ihre Sachen?“, fragt der Mönch den 

Touristen. Seine Antwort: „Ich bin ja nur auf der Durchreise.“ – „Ich auch“, erwidert der 

Mönch. 

  

So ist das. Daran lässt sich nicht rütteln. Egal, wer und wie wir sind: Keiner von uns 

bleibt hier, wir sind alle nur „auf der Durchreise“ und haben hier „keine bleibende 

Stadt“. Irgendwann geht es zurück nach Hause. Doch solange wir hier sind, dürfen wir 

dieses mal so wundervolle und mal so mühsame Leben voll ausschöpfen und unseren 

Teil dazu beitragen, dass auch andere leben können, nicht „draußen vor dem 

Tor“ bleiben. Unser Leben ist Geschenk und Auftrag gleichermaßen. Gott traut uns viel 

zu. Nutzen wir unsere Möglichkeiten! Möge Gott uns dabei segnen, gerade in diesen 

Tagen! 

Von guten Mächten treu und still umgeben

1) Von guten Mächten treu und still umgeben, 

behütet und getröstet wunderbar, 

so will ich diese Tage mit euch leben 

und mit euch gehen in ein neues Jahr. 

Von guten Mächten wunderbar geborgen, 

erwarten wir getrost, was kommen mag. 

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen 

und ganz gewiss an jedem neuen Tag. 

2) Noch will das alte unsre Herzen quälen, 

noch drückt uns böser Tage schwere Last. 

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen 

das Heil, für das du uns geschaffen hast. 

3) Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, 

die du in unsre Dunkelheit gebracht, 

führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. 

Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht. 

Fürbitten und Vater Unser

Ewiger Gott, du bist barmherzig und großzügig. Du schenkst uns ein Zuhause bei dir, 

in diesem Leben und in der zukünftigen Welt. Lass uns darauf vertrauen und lass 

dieses Vertrauen zu unserer Kraftquelle werden!  

Wir wissen: Es ist nicht selbstverständlich, dass unsere Hände und Herzen nicht leer 

sind! Es ist deine Güte, die uns hoffen lässt. Dafür danken wir dir, und wir bitten dich: 

Hilf uns, nach deinem Willen zu leben und immer wieder nach „draußen“ zu gehen zu 

den Menschen, die uns brauchen – und dich!  

Sei bei den Menschen, die es schwer haben im Leben.  

Sei bei denen, die trauern und weinen, die hungern und leiden, die Angst haben und 

ohne Zuhause sind.  

Zeige Dein Erbarmen für die ganze Menschheitsfamilie, die gerade in Aufruhr ist und 

beladen mit Krankheit und Angst.   

Komm uns zur Hilfe nun, da sich der Coronavirus auf der ganzen Erde ausbreitet.  

Heile die, die krank sind, unterstütze und beschütze ihre Familien, Angehörigen und 

Freunde vor Ansteckung.   

Schenk uns deinen Geist der Liebe und Besonnenheit, auf dass wir zusammenwirken, 

um die Ausbreitung des Virus und seine Wirkungen einzuschränken und zum Erliegen 

bringen zu können. 

Wir bitten dich auch: Stärke deine Kirchen und Gemeinden überall auf der Welt, dass 

sie sich in deinem Namen stark machen für den Bau deines Reiches. Dass sie die 

Sehnsucht nach dir wach halten und immer wieder nach „draußen“ gehen, um von 

deiner Liebe Zeugnis zu geben.  

Von dir, ewiger Gott, leben wir, auf dich hin strebt unser Leben. Hilf uns, darauf zu 

vertrauen, und schenke uns die Kraft, Boten deiner Liebe zu sein in Zeit und Ewigkeit.  

Vater unser im Himmel, 

geheiligt werde dein Name.   

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. 

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir 

vergeben unsern Schuldigern. 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. 

Amen. 

Meine Hoffnung und meine Freude

Meine Hoffnung und meine Freude 

Meine Stärke, mein Licht 

Christus meine Zuverischt 

Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht 

Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht 

Segen

Gehet in diese neue Woche im Frieden des Herrn. 

Der Herr segne dich und behüte dich. 

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. 

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.